Unilever ändert seine Social-Media Strategie. Anstelle von reiner Fan-Akquisition soll der Fokus in Zukunft auf langfristigen, qualitativen Nutzerkontakten liegen. Unilever hat derzeit knapp 225.000 Fans auf Facebook.
Auf der Social Brands Konferenz in London erklärte einUnilever, dass das Unternehmen zur Zeit ein breites „Social CRM“ Programm entwickelt. Mit Hilfe dieser neuen Strategie sollen die eigenen, zufriedenen Kunden zu Markenverfechtern werden, die per Mundpropaganda statt per Facbook-Likes die Produkte des Konzerns weiterempfehlen.
Viele Unternehmen richten ihre Social-Media Strategie darauf aus möglichst viele Fans zu gewinnen. Doch von dieser Strategie will sich Unilever weitestgehend entfernen. Social Brands-Konferenzteilnehmer Magnus Cormack, Director of Strategy & Intelligence bei Syncapse Corp., sagte: „Wir müssen uns daran erinnern, dass diese Leute nicht wirklich Fans unserer Brands sind. So nennt sie nur Facebook. Oft wurden sie nur durch Gewinnspiele rekrutiert, sind aber ansonsten überhaupt nicht aktiv.“
Um einen echten Mehrwert aus den Social-Media Aktivitäten zu erzielen, sollten sich Unternehmen als Ziel eine Steigerung ihrer Verkäufe setzen. „Das Zusammenspiel zwischen Reichweite und Engagement (in sozialen Netzwerken) ist der Schlüssel dazu, zu entdecken, was wirklich die Verkäufe steigert.“, sagt Clara Dennison, Social Media Manager bei More Th>n.
Für die Zukunft verweist Unilever außerdem auf Echtzeit-Social-Media-Marketing als Wachstumsbereich, wie es Filmstudios nutzen, um ihr Marketing an Wochenenden eines Film-Releases durch das direkte Feedback von Nutzern zu optimieren.
Zeitgleich hat die Verbraucherorganisation Foodwatch den Konzern wegen dessen Aussagen zu der angeblich den Cholesterinspiegel senkenden Margarine Becel Pro.Activ verklagt. Foodwatch habe beim Landgericht Hamburg eine Unterlassungsklage eingereicht, teilte die Organisation in Berlin mit. Ein Unilever-Sprecher wies die Vorwürfe zurück und erklärte, der Konzern sehe der Klage "extrem gelassen" entgegen.
Unilever-Gebäude in Hamburg