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Vom Moderator zur Marke

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Wie man TV-Stars zum strahlen bringt: Anke Lönne macht Moderator Marco Schreyl zum Household-Name.

Anke Lönne vertritt seit 2001 zwölf Moderatoren, darunter so bekannte Gesichter wie Barbara Hahlweg (ZDF „heute“) und Roberta Bieling (RTL „Punkt 6“, „Punkt 9“, „Punkt 12“). Der wohl geläufigste Name in der Kundenkartei ihres Büros für Management-Dienstleistungen dürfte jedoch Marco Schreyl sein. Er moderiert bis 2005 „Hallo Deutschland“ beim ZDF und ist seit 2005 der Publikums-Liebling bei „Deutschland sucht den Superstar“. Anke Lönne, die in der Medien-Stadt Köln lebt und arbeitet, erzählt, wie sie Marco Schreyl zu einem Namen macht, den man in jedem deutschen Haushalt kennt.

Wie sieht die „Marke“ Büro Lönne aus, setzt du Schwerpunkte bei der Auswahl der Moderatoren, die du vertrittst?

Die „Marke Lönne“ besteht für mich im Erkennen und Begleiten von Potenzial. Bei der Auswahl meiner Klienten lege ich Wert auf eine fundierte journalistische Ausbildung. Alle müssen auch jederzeit hinter der Kamera, das heißt zum Beispiel redaktionell arbeiten können.

Deine Dienstleistung ist anders als ein Produkt nicht fassbar, Qualität ist schwerer zu vermitteln. Was ist in deinem Job wichtig, wie erarbeitet man sich einen guten und seriösen Ruf?

Diskretion und Zuverlässigkeit sind mir sehr wichtig, ein gutes Netzwerk und Kontaktpflege sind ebenso selbstverständlich wie unabdingbar. Aber unser USP liegt mehr darin, dass wir die Klienten mit Herz und Verstand betreuen. Strategie und Planung auf der einen Seite – und eine zugewandte, unterstützende Art auf der anderen Seite. Da sein, wenn es hart auf hart kommt. Zuhören, wenn der Schuh drückt. Die Branche hat leider einen schlechten Ruf. Es gibt tatsächlich viele "Manager“, die sich am Ende des Tages wichtiger nehmen als ihre Klienten. Dagegen kämpfe ich mit meiner Art und Weise diesen Job auszuüben seit vielen Jahren an. 

Moderator Marco Schreyl 

Marco Schreyl ist inzwischen ein Household-Name. Der Sprung vom Nachmittag (Hallo Deutschland) zur großen Samstagabend-Show ist jedoch ziemlich groß. Wie erkennt man, ob derjenige das unterhaltsame Potenzial hat?

Wir bleiben bescheiden und verzichten auf Titel. Unterhaltsames Potenzial erkennt man als Manager genauso wie als ganz normaler Zuschauer. Man fühlt sich berührt, unterhalten, aufgehoben. Der große Unterschied: Wenn der Zuschauer die Fernbedienung weglegt, fängt mein Job erst richtig an.

Was für ein Produkt die Marke ist, ist für einen Moderator sein Ruf, die Markenbekanntheit entspricht der Popularität des Moderators. Traditionell steht sich beides oft entgegen. Casting-Shows haben zwar eine große Reichweite, sind aber nach wie vor umstritten.

Wie trifft man da eine Entscheidung, ob man seinem Klienten den Job empfiehlt oder nicht?

DSDS ist eine bekannte Marke und lief immer erfolgreich. RTL ist zudem ein sehr starker Partner, diese Umstände haben wir damals in die Waagschale geworfen mit den Bedürfnissen des Klienten, einer nachhaltigen Zukunftsplanung und den aktuellen Job-Realitäten in der Branche. Wie man heute sehen kann, haben wir die richtige Entscheidung getroffen. 

Nicht umsonst nennt man den Aufbau einer Marke im Englischen „Branding“, was vom Kühe brandmarken kommt. Hat man einmal ein bestimmtes Image, dann kriegt man es schlecht wieder los. Würde man Schreyl aus der Unterhaltung auch wieder in die ernstere Ecke kriegen?

Zunächst einmal bin ich der Überzeugung, dass nichts unmöglich ist -  wenn man ein klares Ziel hat und dafür arbeitet. Außerdem rate ich meinen Klienten immer dazu, sich nicht nur auf ein Genre festzulegen. Marco Schreyl zum Beispiel arbeitet seit Jahren journalistisch für HR1, er moderiert dort verschiedene Radiosendungen. Außerdem wird er immer wieder für Sportübertragungen angefragt, zum Beispiel bei der Handball-WM 2009 oder beim Skispringen.

Marken werden gerne Attribute zugewiesen. Marco Schreyl beschreibt sich selbst als...

... verbindend, mutig, fleißig, interessiert, gründlich, ehrgeizig, schokoladensüchtig und geübt im Sekundenschlaf (während der Wochen, in denen er im Radio arbeitet – da steht er um vier auf und muss trotzdem am Nachmittag in der Redaktion sein).

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