
Die Hyperinflation des Simbabwe-Dollars macht das Geld, und damit auch die Geldscheine, zunehmend wertloser. Das Land im südlichen Afrika hat derzeit eine Inflationsrate von „65 mit 107 Nullen Prozent“, wie das Handelsblatt berichtet.
Die in Großbritannien ansässige Diaspora-Zeitung „The Zimbabwean“ schaffte es mit Hilfe der Agentur TBWA / Hunt / Lascaris diese Entwicklung zum Werbezweck zu nutzen. Dafür wurde die Johannesburger Agentur vor kurzem mit dem renommierten D&AD Award ausgezeichnet (dem „Best in Show Award Black Pencil“, der zum ersten Mal vergeben wurde).
Die wirtschaftliche Lage des südafrikanischen Landes sieht so drastisch aus, dass manche Geldscheine sogar weniger Wert sind als das Papier auf dem sie gedruckt werden. Im Zuge der „One Trillion Dollar“-Kampagne wurden Poster, Flyer und großflächige Außenwerbung aus wertlosen hundert Billionen-Dollar-Banknoten der Bank of Zimbabwe erstellt, die in mehreren Städten Simbabwes und Südafrikas zu sehen waren.
Mehr als 50 Preise gewonnen
Die hoch gelobte Kampagne hat bereits mehr als 50 internationale Preise gewonnen, unter anderem einen Grand Prix für Outdoor-Werbung in Cannes 2009. Die Zeitung kritisierte mit der Aktion die Politik des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe, der seit 1981 an der Macht ist – mit großem Erfolg: das Blatt stand nicht nur selbst im Rampenlicht der internationalen Medien, sondern stieg die Auflage auch um 270%. Der Slogan „The Zimbabwean – A Voice for the Voiceless“ fand Resonanz bei der Bevölkerung des Landes, in dem die Zanu-PF und MDC Parteien seit Februar 2009 eine Koalitionsregierung bilden.
Ein südafrikanischer Blogger (antilogic.co.za) schrieb: „Ich finde diese jüngste Werbekampagne sehr clever und zugleich sehr beunruhigend. Weil ich in Südafrika lebe, bekomme ich viel von den Dingen mit, die sich in Simbabwe unter Robert Mugabe abspielen - auch von dem Leid, das die Menschen in unserem Nachbarland ertragen müssen.“
Liz Linsell, Marketing Managerin von The Zimbabwean, sagt: „Der Riesenerfolg der Trillionen-Dollar-Kampagne hat Wunder für unser internationales Profil bewirkt. Werbetreibende im Süden Afrikas ekennen nun das enorme Potential unserer Zeitung und unserer Leserschaft. „The Zimbabwean“ erreicht ungefähr drei Millionen Simbabwer weltweit und hält sie darüber auf dem Laufenden was in ihrem Heimatland passiert.“