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Sinnes-erweiterung

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Wenn Fiktion Wahrheit wird: In der „Augmented Reality“ ergänzen Informationen die Wirklichkeit.

Noch gegen Ende der 1980er Jahre saß das Publikum kopfschüttelnd in den Kinosesseln und sah zu, wie „Robocop“ sich in einer Science Fiction-Welt bewegte. Der Kinoheld war ein Polizist mit bionischen Körperteilen, in dessen Blickfeld Informationen zu seiner Umgebung aufblitzten.

Knapp 20 Jahre später ist diese Zukunftsvision Wirklichkeit: In der „Augmented Reality“ (AR) – zu deutsch „erweiterte Realität“ – werden Objekte mit der Kamera eines Smartphones gefilmt, und ein Browser stellt in Echtzeit zusätzliche Informationen über das Bild zusammen. So wird zum Beispiel ein Denkmal identifiziert und auf dem Bildschirm durch einen Wikipedia-Eintrag ergänzt.

Der Datengigant Google ist einer der Vorreiter auf diesem Gebiet. Mit Hilfe der 3D-Straßenansichten von Google Maps kann jeder Smartphone-Nutzer in fremden Städten schnell die nächste U-Bahnstation finden. Umstritten wegen möglicher Verletzungen von Datenschutz- und Persönlichkeitsrechten ist hingegen „Google Goggles“. Hierbei handelt es sich um eine Software, die Gesichter erkennt und diese mit Facebook-Profilen oder anderen persönlichen Informationen im Netz abgleicht. Google betont, dass diese Funktion in den USA zwar existiert, jedoch noch nicht für das iPhone freigeschaltet ist.

Zukunftsvision in 3D

Umstritten ist weiterhin, ob Google „Street View“ und „Goggles“ auch in Deutschland eingeführt werden sollen. Fest steht, dass die AR Branchen und Arbeitsweisen weltweit verändern wird – wenn auch zunächst rein optisch. So wie der Blockbuster „Avatar“ neue Standards in Hollywood gesetzt hat, so wird auch das Apple iPad neue Standards im punkto AR definieren.

Werbeträger, Medienhäuser und Buchverlage sind dabei, die Technologie auf dem Tablet-PC in ihrem Sinne zu nutzen. Der britische Verlag Carlton Publishing wird im Mai ein Dinosaurier-Buch herausbringen, dessen Illustrationen mit Hilfe einer mitgelieferten Software in 3D erscheinen, sobald man die Seiten vor eine Webcam hält. Eine weitere Branche, die von der Technologie profitieren wird, ist die Bau- und Planungsindustrie, die durch AR-Terminals effizienter arbeiten können wird.

Selbst Visitenkarten können mit Hilfe von AR-Technologie aufgewertet werden: Auf der Webseite visualcard.me kann man eigene Visitenkarten gestalten und mit zusätzlichen Informationen und Dateien bestücken. Hält man die Karte vor eine Webcam, werden nicht nur die Kontaktdaten angezeigt, sondern man kann auch einen Musik- oder Videoclip einbinden.

Die Integration von 3D-Bildern ist schon jetzt mit der Online-Applikation „Cooliris“ möglich und wird auch der nächste Schritt hinein in die erweiterte Wirklichkeit sein. In Singapur sollen Augmented Reality-Bücher bald als Unterrichtsmaterial in Schulen eingesetzt werden. Ein durchsichtiger Laptop-Bildschirm soll Schülern den Zugriff auf Informationen im Netz erleichtern. Das Besondere: Auf dem Bildschirm lassen sich alle Objekte mit Hilfe einer flexiblen Kamera um 180 Grad drehen.

Das Produkt vom Hersteller Samsung ist allerdings noch nicht auf dem Markt. In Zukunft sollen AR-Anwendungen auch in einer speziellen Brille laufen – ein ähnliches Modell dürfte „Robocop“ getragen haben.

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