Die Lage der Presse- und Medienfreiheit in Europa verschlechtert sich weiter. Die Vereinigung Reporter ohne Grenzen, die sich weltweit für die Freiheit der Presse stark macht, veröffentlicht die Rangliste der Pressefreiheit für das Jahr 2010.
Auf den untersten Rängen tut sich wenig. Welche Länder dort zu finden sind, liegt auf der Hand. In Ländern wie Eritrea (letzter Platz 178), Nordkorea (177), Iran (175) oder China (171) haben Journalisten nicht viel zu lachen. Es darf nur gedruckt und gesendet werden, was einer harten regime-konformen Zensur unterzogen wird. Wer nicht spurt, muss mit extremen Konsequenzen für sich und seine Familie fürchten.
Unter den ersten 20 Plätzen befinden sich 16 europäische Staaten; Deutschland landet auf Platz 17 und konnte sogar einen Platz gut machen. Finnland, Island, Norwegen und Schweden teilen sich zusammen mit den Niederlanden und der Schweiz den ersten Platz. In diesen Ländern sind die gesetzlichen Garantien für Medienschaffende und das hohe Maß an Respekt für die wichtige Arbeit von Journalisten vorbildlich. Die USA schaffen es auf Platz 20.
Frankreich und Italien liegen auf den Plätzen 44 und 49 zwar im oberen Drittel, müssten als EU-Gründungsstaaten allerdings vorbildhafter abschneiden. Die Probleme hier: Verletzung des Quellenschutzes, gerichtliche Vorladungen von Journalisten und die zunehmende Konzentration von Medieneigentum.
Ein besonderes Problem sehen Reporter ohne Grenzen bei der Türkei. Bezüglich der Pressefreiheit hat das Land in den letzten zwei Jahren 36 Plätze verloren und steht jetzt auf Platz 138. Das sind nur zwei Plätze über Russland und 33 über China. Die Türkei befindet sich so im unteren Drittel der Rangliste.