Das Erdbeben und die Explosionen im AKW Fukushima sind humanitäre Katastrophen, die auch Japans große Konzerne stark erschüttert haben.
In weiten Teilen des Landes sind Fabriken betroffen: Sony hat vorerst alle 10 Standorte im Land aufgrund von Sicherheitsrisiken, Stromausfällen und Gebäudeschäden geschlossen. Inzwischen gab auch der weltgrößte Autobauer Toyota bekannt, dass 12 seiner Fabriken still stehen.
Goldman Sachs schätzt, dass Toyotas Gewinne um knapp 52 Millionen Euro pro Tag sinken. Auch Marken wie Toshiba, Fujitsu, Canon, Epson, Nikon, Fuji und Sharp bemessen den Schaden und müssen Verluste einstecken.
In Tokio ließ die Angst vor schweren Nachbeben und weiteren Atomunfällen die Kurse zahlreicher Unternehmen in die Tiefe stürzen. Die Sorge vor langfristigen Engpässen bei der Stromversorgung verschärfte den Ausverkauf an der Börse. Mit knapp 4,9 Milliarden Papieren wechselten so viele Anteilsscheine wie nie zuvor ihren Besitzer in der Geschichte der Tokioter Börse.
“Es sind Panikverkäufe,” sagt Toshikazu Horiuchi, Market Analyst von Cosmo Securities Co. “Niemand kann sich ein Bild davon machen, wie groß der Schaden für Japan wirklich sein wird."
Die Katastrophe zwingt auch deutsche Firmen zum Handeln: Wegen der heiklen Lage stoppte Daimler die Produktion seines japanischen Nutzfahrzeuggeschäfts. Der Autozulieferer Bosch flog erste Mitarbeiter aus dem Land.
Sony in Tokio: Hat u.a. die Auslieferung des Games "Motorstorm Apocalypse" verschoben.