
„You can manufacture any feeling you want to manufacture“ - Mary Wells in „Art & Copy“
Die Welt der Werbung ist das Thema des hoch gelobten Dokumentarfilms „Art & Copy“. Er befasst sich mit der wenig bekannten, aber illustren Geschichte der Branche.
Die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war von revolutionären Innovationen in Werbung und Marketing geprägt. Die Macher, die in der Branche die Fäden zogen, sind der Öffentlichkeit jedoch oft unbekannt. Die meisten Menschen setzen Werbeschaffende mit profillosen, anzugtragenden Großverdienern gleich.
Der Regisseur Doug Pray („Hype“ und „Big Rig“) hofft, diesem Klischee ein Ende zu setzen. In seinem Dokumentarfilm beleuchtete er die Branche durch eine Nostalgie-Brille und widmet sich darin Leitfiguren wie George Lois, Mary Wells, Dan Wieden, Lee Clow and Hal Riney, die hinter Kampagnen wie “Just Do It", "I Love NY” oder "I Want My MTV” stecken.

Köpfe und Kampagnen
Die Dokumentation präsentiert entscheidende Momente in der Geschichte der Werbung. Erzählt werden sie von Persönlichkeiten wie dem Surfer Lee Clow, der für die „Morning in America“ Kampagne für Ronald Reagan verantwortlich war. Regisseur Pray erklärt gegenüber der New York Times, dass die Zeitgenossen, die in dem Film porträtiert werden, unsere Kultur wahrscheinlich mehr beeinflussten als jeder andere, den er je interviewt habe.
Der Film kam fünf Tage nach der Erstausstrahlung der TV-Serie „Mad Men“ auf die Leinwand. Die erfolgreiche US-Serie verherrlicht die zigarrenverqualmte und champagnergeschwängerte Atmosphäre der Branche, wie sie einst war. „Art & Copy“ schaut genauer hin als „Mad Men“. Der Film fängt nicht nur die Glanzzeit der Branche ein, in der Werbeschaffende eher „Freigesiter“ waren als die Feinde des Anti-Kapitalismus.
„Art & Copy“ geht außerdem der Frage nach, wie die Werbebranche nach der Finanzkrise aussehen wird.