Sinalco hat in der Schweiz stark an Präsenz verloren. Im Sachen Branding hat die Limonade in der Alpenrepublik den Glanz der 1980er Jahre längst verloren. Jetzt soll die Kultmarke wieder aufleben, ihr Image entstaubt werden.
Ab Ende Mai wird eine groß angelegte Marketingkampagne gestartet, so Marco Imfeld vom Getränkeproduzenten Ramseier. Im März 2011 war der Brausehersteller bereits mit Promo-Aktionen in Skigebieten an junge Konsumenten herangetreten, bei denen der gelbe Softdrink noch unbekannt ist.
Ramseier hatte 2002 die Schweizer Markenrechte für Sinalco von Feldschlösschen gekauft. Die Absatzzahlen von Sinalco seien seit einiger Zeit in Einklang mit dem gesamten Getränkemarkt rückläufig. Konkrete Zahlen werden aber nicht veröffentlicht. "Die Marke ist nicht mehr so präsent wie vor 20 Jahren", sagt Imfeld. Das bestätigt auch Marketingprofessor Stefan Michel vom IMD in Lausanne: Viele Schweizer würden die Marke mit dem legendären roten Punkt nur noch aus der Kindheit kennen.
Brause mit Tradition
Der Grundstein für Sinalco wurde 1902 vom deutschen Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz gelegt. Seine Erfindung: „die Bildz Brause“. Schon früh orientierte sich das Unternehmen an der Werbekunst und die Plakatkünstler am Zeitgeist. Zahlreiche Kreationen, wie zum Beispiel von Roy Lichtenstein, trugen zum Kultstatus der Marke bei und wurden im Lauf der Zeit prämiert.
Bei Ramseier hofft man diese Tradition fortsetzen zu können und verspricht sich darum einiges vom neuen Anlauf: "Sinalco hat ein schlummerndes Potenzial", so Imfeld. Auch Marketingprofessor Michel hält einen erneuten Erfolg für möglich. "Die Kombination von Legende und Innovation passt gut – in unsere Lebensweltstilisierung."
Plakat von 1967 von Elso Schiavo, Zürich