Steven Cook, Inhaber des Studios „English & Cook“ für Kommunikation und Design in Berlin, wird 1974 in Süd-Kalifornien geboren. Er wächst in einer Zeit auf, in der Massenkommunikation Teil unseres täglichen Lebens wird. Nach einem kurzen Versuch als Investment-Banker ging er erstmal eine Weile snowboarden. Da hat er sich wohl den Kopf frei gefahren für das, was ihn eigentlich interessiert: Marken und deren Kommunikation. Dem Abschluss an der Grafikdesign-Schule folgen Jobs bei Surf- und Skate-Brands, dann die erste eigene Agentur.
Seine Arbeit führt nach New York City und die schillernde Welt der Mode tut es ihm an: Tommy Hilfiger und Coach gehören zu seinen ersten Auftraggebern als Freelancer. Für Marc Jacobs arbeitet er als Grafik-Designer und Web Site Art Director. Der Liebe wegen zieht er dann 2007 nach Berlin. Zwei Jahre nach dem Sprung über den Atlantik startet Cook mit seinem Partner Loki English zum zweiten Mal ein eigenes Unternehmen: English & Cook, Studio für Kommunikation und Design. Zu ihren Kunden gehören Sony, Business Locations Südtirol, Volkswagen und Marc Jacobs.
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Ist die Art, wie Geschäfte gemacht werden abhängig vom Ort - gibt es da Unterschiede zwischen LA, New York und Berlin?
Business ist Business, zumindest meistens. Egal wo ich gelebt habe, ich habe bis jetzt immer relativ leicht jemanden gefunden, der meine Arbeit gebraucht hat. Aber es gibt schon Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland. In den USA kann man alles machen, solange es die Leute kaufen oder haben wollen. In Deutschland fehlt manchmal der Unternehmergeist. Außerdem gibt es mehr Bürokratie, mit der man sich befassen muss, wenn man ein Business anfängt. Manchmal denkt man „wollen die nicht, dass ich Erfolg habe?“
Ist der Konkurrenzkampf - zum Beispiel in New York - größer?
Wettbewerb gibt es in kleinen wie in großen Märkten. Am Ende kommt es darauf an, wen du kennst. Du wirst Arbeit finden, wenn du nur da raus gehst und dich selbst verkaufst. Ich glaube, das kommt von meinem Sales Background an der Universität. Jeder sucht etwas, du musst nur herausfinden, was das ist.
Warum hast du dich entschieden, dein eigenes Studio „English & Cook“ zu gründen, anstatt als Freelancer weiterzuarbeiten?
Als Freelancer stößt du in deiner Karriere irgendwann an eine Grenze. Als eigenständiges Studio, egal welcher Größe, kann ich größere Projekte annhemen und mehr Einfluss darauf nehmen.
Was tut ihr genau?
Mein Business ist die Kommunikation von Ideen. Wir fahren einen ganzheitlichen Ansatz, wie Marken, Individuen und Organisationen kommunizieren und ihre Geschichte erzählen können. Wir konzentrieren uns zwar momentan auf das Seh- und Fühlbare, ich bin aber immer offen für neue Wege, eine Idee zu kommunizieren.
Warum nennt ihr euch Studio, nicht Agentur?
Ich bin mir nicht hundert-prozentig sicher, warum ich das Wort Studio dem der Agentur vorziehe. Vielleicht, weil mein erster Eindruck des Wortes Studio mehr Raum für Kreation und Experiment lässt. Agentur klingt recht steril. Als wollten wir gegen unsere Klienten arbeiten, anstatt mit ihnen, um gemeinsam eine Lösung ihres Problems zu erarbeiten.
Wie groß ist English & Cook?
Im Moment sind wir zu viert (zwei Grafik-Designer, jemanden, der sich auf digitale Medien spezialisiert hat und ich), mit zwei zusätzlichen Personen arbeiten wir regelmäßig. Für zwei Projekte arbeiten wir noch mit einem Marken-Strategen zusammen.
Neugeschäft zu generieren ist mit das Schwierigste. Wie macht ihr das? Cold Calls, Cocktail-Parties, Mund-zu-Mund-Propaganda...?
Das ist wirklich eine interessante Herausforderung. Wie ich schon gesagt habe, es kommt darauf an, wen du kennst. Beziehungen zu Menschen sind die treibenden Faktoren für unsere Entscheidungsprozesse, jeden Tag. Netzwerken und der Aufbau starker Beziehungen kann Geschäft ranbringen. Aber es wird auch die Mund-zu-Mund-Propaganda beeinflussen.
Welche Hindernisse stellen sich, verglichen mit großen Agenturen, einem kleinen Unternehmen in den Weg,? Siehst du auf der anderen Seite in der Größe deines Unternehmens auch einen Vorteil?
Ich denke nicht, dass es per se Hindernisse gibt. Schlussendlich kommt es wohl auf das Vertrauen an, das einem der Kunde schenkt; ob er glaubt, dass du es schaffst. Ich habe als Freelancer in großen Agenturen gearbeitet, trotzdem arbeiten dort meist nur zwei bis vier Leute für einen Kunden. Manchmal habe ich die ganze Brand Direction alleine entwickelt.
Schlussendlich hätte das auch ein selbständiges Team von drei, vier Leuten außerhalb der Agentur geschafft. Das wäre dann auch viel persönlicher für den Kunden.
Kleinere Unternehmen sind einfach beweglicher. Ich denke, sie befinden sich im Moment in einer guten Position am Markt. Wir haben keinen großen Overhead. Wir können bei Bedarf sehr schnell erweitern, aber auch wieder verkleinern. Der Trend geht in Richtung Offenheit und Flexibilität. Ich sehe also keine all zu großen HIndernisse vor uns. Aber, wir werden sehen!