
Der öffentliche Wirbel um das iPad ist größer als erwartet. Besonders in der Werbebranche sind viele von den Chancen und Möglichkeiten der neuen Technologie beeindruckt und nutzen sie bereits erfolgreich.
Als der Tablet-PC am 3. April 2010 auf den Markt kam, verkauften sich 300.000 Geräte; auf twitter gab es 360.000 tweets über das neue Gadget und es wurden 250.000 iBooks heruntergeladen - das alles passierte lediglich am ersten Tag.
Was ist neu daran? Bisher galt Adobe Flash als der Standard für "Rich Media" im Bereich mobile Werbung. Doch genau das soll Apple iAd ändern. iAd ist ein personalisiertes System für Werbung auf mobilen Geräten, das Apple-CEO Steve Jobs intern als “revolutionär” bezeichnet haben soll. Aber inwiefern wird iAd die Werbebranche verändern?
Es wurde zunächst für das iPhone OS 4,0 entwickelt und basiert auf HTML 5, das die Werbung noch schicker und interaktiver machen soll. Wohl das größte Potential steckt in der Einbindung von Augmented Reality und 3D-Inhalten, die sich demographisch und geographisch gezielt verbreiten lassen.
Und was sagen die Zahlen? Bedenkt man, dass derzeit der Großteil der Smartphone-Nutzer Apps für etwa dreißig Minuten pro Tag nutzen, so wird Werbung auf dem iPad astronomische Verhältnisse annehmen. Experten gehen von etwa 1 Milliarde Ad Impressions täglich auf Tablet-PCs aus. GAP, Buick, Nike und MillerCoors haben alle dieses Potential erkannt und haben sich bemüht, ihre Apps rechtzeitig zum iPad-Marktstart in den USA unter die Leute zu bringen. In Deutschland wird das iPad ab Ende Mai 2010 erhältlich sein.
Konkurrenzkampf Google vs. Apple
Apple bereitet den Weg für Rich-Media-Inhalte schon seit einiger Zeit. Ein Anzeichen dafür, wie überzeugt der US-Gigant von iAd ist, ist der Kauf von Quattro Wireless für 200 Millionen Dollar im Januar 2010. Kurz zuvor hatte Google den Quattro-Konkurrenten AdMob übernommen. Jedoch prüft die US Kartellbehörde noch den AdMob-Deal. Laut Media Post wird nach Einführung von iAd die nächste Runde im Kampf um Marktanteile zwischen Apple und Google beginnen.

Neue Verbindung zur Zielgruppe
Die Ausgaben für Smartphone-Werbung waren in den USA in den letzten Jahren recht großzügig: nach Angaben des Juniper Report waren es 2008 knapp 750 Millionen Dollar. Im Jahr 2009 wurden knapp 600.000 Dollar ausgegeben. Diese Zahlen werden sicher mit zunehmender Verbreitung des iPad drastisch steigen.
Ein Werbechef, der vom iPad überzeugt ist, ist Steve Pacheco vom Paket-Unternehmen FedEx. Er meint, der Tablet-PC sei perfekt für mobile Werbung, da das Gerät nicht die Einschränkungen von Smartphones und Handys aufweise.
Fest steht, dass Verbraucher und Anbieter mit Hilfe des iPad eine bisher nicht gekannte Verbindung eingehen können. Ein größerer Bildschirm, Videos in hoher Auflösung und ein unbegrenztes Potenzial für die Nutzung neuer Inhalte - das macht den Ausblick auf die kommenden Jahre für die Werbung sehr vielversprechend.