
Ich Armani, du Prada? Was drücken wir mit unserem Kaufverhalten wirklich aus?
Das sind zentrale Fragen im Buch des Wiener Journalisten Robert Misik. Er setzt sich intensiv mit der Philosophie großer Marken und dem Konzept des Produktes als Kultobjekt auseinander. Produkte sind Objekte, mit denen wir unsere Identität zum Ausdruck bringen. Die These wird für viele in der Branche nicht weiter neu sein, trotzdem wird sie hier sehr spannend und kritisch erläutert.
Ob Auto, Sonnenbrille, Sneaker oder MP3-Player – Kunden kaufen Güter heute nicht mehr ihres Gebrauchswerts wegen, sondern weil sie einen Lifestyle verkörpern. Güter repräsentieren Identität. Und die Güter, die darin besonders gut sind, werden „Kult“. Das Spiel mit den Zeichen, früher allein in der Kunstwelt dominant, ist heute auch für die Wirtschaftswelt entscheidend.
Der Autor schildert die neue Symbiose von Business und Kultur in der Lifestyle-Wirtschaft und eröffnet neue Ansätze und Argumente.
Robert Misik zeigt, dass die allseits beklagte „Ökonomisierung der Kultur“ und die „Totalkulturalisierung der Ökonomie“ zwei Seiten einer Medaille sind. Die Wirtschaft investiert immer mehr Gefühle und Affekte in die Produktion von Bedürfnissen und Waren. Und Künstlertugenden ziehen ins Wirtschaftsleben ein („Sei kreativ!“), die Wirtschaft wird kulturalisiert und moralisiert („Fair Trade“). Der Journalist und Blogger beschreibt, was es mit dem sogenannten Kulturkapitalismus auf sich hat und gibt gleichzeitig Tipps an Konsumenten.
Im Buch argumentiert Misik mit Witz, Ironie und Überzeugungskraft.
Rober Misik, "Alles Ware"
199 Seiten
Aufbau Verlag
ISBN 978-3-7466-7065-2
EUR 8,95
