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Bittersüße Branche

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Lemonade - ein Film über gefeuerte Werber setzt sich mit den Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise auseinander.

Ein englisches Sprichwort lautet „When life gives you lemons, make lemonade.“ Soll heißen: aus sauer mach süß... wenn es das Leben gerade nicht so gut mit dir meint, mach das Beste daraus. Aber was tun, wenn einem das nicht gelingt und man zu den 65.000 Werbeschaffenden gehört, die während der jüngsten Krise auf die Straße gesetzt wurden?

Man macht einen Film über seiner eigene Geschichte. Das tat zumindest der 37-jährige Werbetexter Erik Proulx, der im Zuge der Weltwirtschaftskrise von der Bostoner Agentur Arnold entlassen wurde - seine dritte Entlassung in zehn Jahren. Anstatt sich in Selbstmitleid zu suhlen, richtet er im Netz ein Job-Forum für arbeitsuchende Werber ein und nannte es „Please Feed The Animals". „Lemonade“ ist eine dreißig-minütige Dokumentation. Sie beschäftigt sich mit Menschen, die einst ihren Lebensunterhalt mit Werbung verdienten und kreativ werden mussten, um einen Weg aus der Krise zu finden.

Wahre Geschichten

Als sich Proulx entschied, seine Geschichte und die unzähliger Schicksalsverwandter in einem Film zu dokumentieren, machte er sich auf die Suche nach ehemaligen Werbeschaffenden. Er wollte zeigen, wie sich deren Leben veränderte, nachdem ihnen die wirtschaftliche Lage „in die Eier trat“. Proulx hat dazu Interviews mit 15 ehemaligen Kreativ- und Etat-Direktoren von Agenturen wie TBWA / Chiat / Day in Los Angeles, der Richards Gruppe in Dallas oder seinem früheren Arbeitgeber Arnold geführt.  

Der Trailer zeigt, was für inspirierende Geschichten „Lemonade“ erzählt. Der Film will zeigen, dass eine Kündigung nicht das Ende der Welt bedeutet. Ein Mann beispielsweise unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung, ein anderer dreht eine Doku über Surf Camps für Kinder mit Mukoviszidose. 

„Lemonade“ wurde mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter realisiert. Der Film wurde online herausgebracht - ganz umsonst. Dieser Distributionsweg schließt ihn allerdings von allen wichtigen Film Festivals aus. Proulx ist es jedoch lieber, eine Million arbeitslose Zuschauer zu haben als nur 500 auf einem Festival.

 

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