Für ihre Arbeit an Martin Scorseses Film "Hugo Cabret" trugen die Spezialisten für visuelle Effekte von Pixomondo letzten Sonntag einen Oscar nach Hause. Davor sprachen wir mit Sebastian Leutner, dem 33-jährigen Standortleiter und verantwortlichen Produzenten des Unternehmens in Berlin für unser Magazin "The BrandFellas Interviews 2011".
Sie arbeiten täglich mit Pixomondo-Teams weltweit zusammen: Wenn Berlin abends Feierabend macht, arbeitet Los Angeles weiter. Was ist besonders spannend an dieser Art der geteilten Projektarbeit?
Das Faszinierende an unserer 24/7-Achse Asien-Europa-Nordamerika ist immer, wie sich die verschiedenen Projektteams zu einem funktionierenden Gesamtteam vereinen. Trotz kultureller und kommunikativer Unterschiede ziehen alle an einem Strang, um für das Projekt die bestmögliche visuelle Kreation abzuliefern. Dazu braucht man viel Geduld und hervorragende Kommunikationsfähigkeiten.
Was war ihr spannendstes Projekt in 2011?
Das Jahr 2011 war für Pixomondo mit einer Vielzahl von herausfordernden und herausragenden Projekten gespickt. Anfang des Jahres ist es uns mit dem TV-Zweiteiler Hindenburg gelungen, neue Maßstäbe zu setzen. Im Bereich live Media sind wir mit einem immens aufwändigen Projection Mapping für das Schloss Neuschwanstein erfolgreich an den Start gegangen. Und im Kinofilmbereich war neben zahlreichen anderen hochkarätern die Umsetzung der visuellen Effekte für Martin Scorseses Hugo Cabret in 3D ein ganz besonderes Highlight.
Pixomondo arbeitet viel für Hollywood, aber auch im Bereich Werbung. Was sind die konkreten Unterschiede zwischen der Arbeit an einem Blockbuster und einem Werbespot?
Die Unterschiede zwischen Werbung und Spielfilm sind in der Regel minimal, da die Vorgehensweise und der Qualitätsanspruch der Kunden in der Regel gleich hoch sind. Abweichungen gibt es im Umsetzungszeitraum der Projekte, da im Werbebereich oft im Wochenrhythmus gearbeitet wird, während wir beim Spielfilm von Monaten sprechen. Für die Umsetzung der Werbeprojekte werden häufiger Generalisten eingesetzt, bei Spielfilmprojekten sind eher die Spezialisten gefragt.
Welche neuen Dimensionen werden sich 2012 im Bezug auf Interaktivität in Film, Fernsehen und Mobile eröffnen?
Bei Pixomondo gibt es bereits eine sehr enge Vernetzung zwischen Film, Fernsehen, Mobile und auch Print, da wir für unsere Kunden die gewünschten Inhalte der Projekte individuell für alle benötigten Plattformen adaptieren und somit sehr hohe Synergieeffekte erzielen. Die Tendenz geht auch immer mehr in Richtung Kreation von Games Content, was für 2012 eine weitere Herausforderung und eine neue Dimension für Pixomondo darstellt.
Sehen sie zu Hause noch Filme?
Sicher sehe ich zu hause noch Filme, besonders weil ich berufsbedingt nicht mehr so oft zeit für Kinobesuche habe. Dabei bin ich in letzter Zeit eher ein Fan des Effektkinos und gucke regelmäßig die verpassten 3D-Blockbuster zwecks Weiterbildung und Inspiration... besonders haben mir zuletzt Suckerpunch und Sherlock Holmes 2 gefallen.