
Andy Warhol's Einfluss auf die moderne Popkultur ist auch mehr als 20 Jahre nach seinem Tod ungebrochen.
So zeigt das Brooklyn Museum seit April 2010 eine riesige Pappmaché-Büste vom Kopf des Künstlers. Der Pop-Art- und Werbedesigner mit der zerbrechlichen Stimme war ein Prophet - nicht nur für die Kunst sondern auch für die Markenwelt. Im Jahr 1968 prägte er die Redewendung ‚15 minutes of fame’: „In Zukunft wird jeder für 15 Minuten weltberühmt sein.“
Außerdem war er der festen Überzeugung, dass die Geschäftskunst eine Kunst für sich sei. „Ich habe meine Karriere als Werbekünstler begonnen und möchte als Geschäftskünstler aufhören,“ sagte er.
Und tatsächlich schaffte es Warhol auf Platz 13 der Forbes-Liste toter Prominenter – mit einem Umsatz von knapp 5 Millionen Euro für das Jahr 2009.
Vor kurzem bezeichnete ein leitender Manager des New Yorker Luxuskaufhauses Barneys den Sohn russischer Einwanderer in die USA sogar als „Schutzpatron des Einzelhandels“. Der Umsatz von Merchandise mit Warhol-Motiven spielen dem US Einzelhandel zwischen 30 und 40 Millionen Euro jährlich ein.
Art Branding
Viele Künstler von Weltrang schaffen es Legenden und Mythen um sich und ihre Kunst zu spinnen. Je besser das gelingt, desto wertvoller wird ihr Lebenswerk. Das Warhol-Gemälde „Eight Elvises“ verkaufte sich 2009 für 78 Millionen Euro. Und das ist noch längst nicht alles: im Jahr 2001 unterzeichnete die Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, die seinen Nachlass betreut, mit der Lizensierungsfirma Beanstalk. Damit strömte eine neue Welle von Warhol-Produkten auf den Markt. Darunter die Warhol Factory X Levi's Kollektion, Paul Frank Portemonnais, Kaffeetassen und andere Haushaltswaren.
Dank der Synergien zwischen Handelswelt und Pop-Art ergibt sich jetzt das große Geschäft. Ganz neu ist das jedoch nicht: Schon zu Lebzeiten war Andy Warhol ein großer Fan von Campbell’s Soup und Coca Cola.